Von Engeln zu Dämonen

Der Einsiedler

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Er steht morgens auf, macht den Rechner an und ist dann AFK, er liest oder sitzt vor der Playstation 3.
Dieser Mann ist nebenbei im Teamspeak, ohne sein Headset auf zu setzten, er ist einfach nur da, immer mit dem einen Auge auf dem Monitor liest er oder spielt.
Dort sitzt er nun.
Eine Stunde
Zwei Stunden
Drei Stunden
Vier Stunden
Fünf Stunden
Dann passiert es. Die Augen wandern vom Buch oder dem Fernseher auf seinen Monitor, ein schneller Griff zum Headset, die Arbeitslosigkeit ist vergessen, die fünf leeren Pizzakartons sind vergessen, die Familie, die angeblichen Freunde von denen er redet, alles vergessen.
Und warum, wegen ihr.
Sie die ihn zwar mag, aber nur als gute Freund, sie die mehr Probleme hat als irgendwer sonst, sie ist sein Lebensinhalt.
Ertönt der Klang ihrer Stimme in seinen Ohren wird seine Welt heller.
Sie ist die Lichtgestalt in seiner Phantasiewelt, sein ein und alles und doch ist sie unnahbar.
Sie ist das unüberwindbare Hindernis zwischen ihm und den Bahnschienen, die sein Leben beenden würden.


Die Einladung

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Ein Mann der auf die Idee kam zwei Personen zu sich einzuladen, eine von diesen Personen strahlt für in heller als alles andere, diese Person ist sein Leben.
Die zweite Person hat er nur eingeladen, weil seine Lichtgestalt ihn darum bat, der Hintergrund ihrer Reaktion war Freundschaft und der dringliche Wunsch hilfsbereit zu sein doch das sollte nicht klappen.
Die zweite Person, für ihn die dunkelste Gestalt die er sich nur vorstellen konnte, ein Dämon, eine Ausgeburt des Bösen, dessen Ausmaß er nur noch nicht kannte.
Diese zweite Person war wie er, ein Mensch mit einem Leben in einem kleinen Raum, mit vier Wänden voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Diese zweite Person, redet mit seiner Familie, redet ab und zu mit Freunden und doch sagte er nie was und war alleine.
Der einzige Unterschied war, dass diese zweite Person seine Lichtgestalt bereits gefunden hatte, bereits sein Leben mit ihr teilte.
Nach außen hin hatte diese Person ein völlig erfülltes Leben, er hatte Freunde, eine schöne Beziehung, eine tolle Familie und sogar einen guten Arbeitsplatz, doch hatte er dieses Leben wirklich?

Der Aufenthalt

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Ein Mann, der an dem Tag als seinen beiden Gäste eintrafen wieder nur wartete.
Der erste Gast, war die Ausgeburt des Bösen, von der er noch nichts wusste, eine Person die er nicht wirklich mochte, der er gleichgültig gegenüberstand, eine Person die er nur eingeladen hatte, weil seine Lichtgestalt ihn liebevoll darum bat.
Der Einsiedler und das Böse sahen sich zum ersten Mal und verstanden sich gut, beide besaßen eine undurchdringliche Maske der Freundlichkeit.
Sie plauderten über ihre Gemeinsamkeiten, über DvD’s, Comics und PC Spiele, planten schon einen weiteren Besuch, an dem sie alles einmal teilen wollten, wo sie sich beide besser kennen lernen wollten an dem sie zusammen DvD’s schauten, Comics lasen und PC Spiele spielten.
Sie unterhielten sich und es verging Zeit,
Eine Stunde
Zwei Stunden
Drei Stunden
Da klingelte das Telefon. Der Einsiedler nahm ab und beide spürten wie der Raum heller wurde. Die Lichtgestalt war gleich da, beide wurden nervös, der Einsiedler, weil er sich nach ihr sehnte, der Dämon, weil er sie noch nie zuvor gesehen hatte und sie kaum kannte.
Die Zeit rückte näher und die Lichtgestalt traf ein, alles war auf einmal besser.
Die Drei hatten Spaß zusammen, auch wenn der Einsiedler sich selber ausschloss.
Der Lichtgestalt und der Dämon machten einfach weiter und die Tage vergingen. Es war der Tag gekommen da der Einsiedler sich immer mehr zurück zog und sich plötzlich heraushielt.


Der Regen

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Der vorletzte Tag des Aufenthaltes war gekommen, alle Drei saßen zusammen und hatten Spaß. Es war heiß, sehr heiß, vielleicht der heißeste Tag des Jahres, alle Drei plauderten. Sogar der Einsiedler musste zwischendurch lachen und kam aus sich heraus. Alle waren glücklich.
Regen kündigte sich, ein Regen der alles abkühlen sollte, alles verändern sollte.
Der Regen kam und kühlte alles ab die Luft, den Boden und den Spaß.
Die Lichtgestalt war die erste die sich selber abkühlte.
Der Dämon war der zweite der sich abkühlte.
Der Einsiedler schaffte es bis heute nicht sich zu überwinden und blieb sitzen, schaute sich das Schauspiel nur an.
Alle Drei hatten bis zum Regen ihre Masken auf, jeder wirkte Stark und glücklich, doch die Masken brachen unter dem unaufhörlichen Regen.

Der Dämon lag am Boden, Tränen in den Augen, sein überaus erfülltes Leben war gar nicht so wie immer alle dachten.
Er dachte nach, seine Freunde sind alle weg, man redet hier und da noch, aber wirklich sagen tut man nichts.
Seine Frau liebt ihn und er liebt sie doch tun sie das auch wirklich? Nein!
Liebe ist ein Gefühl und wird unter manchen Umständen zu einer Gewohnheit.
Das Leben des Dämons war kaputt und das wusste er.

Die Lichtgestalt lag am Boden, Tränen in den Augen, ihr Leben war in Begriff zerstört zu werden, sie fühlte sich schuldig für die Zukunft denn sie wusste mehr als die anderen beiden.

Der Einsiedler saß da, Tränen in den Augen, schaute auf seine Gäste, und sein Leben wurde dunkler, er konnte sich nicht überwinden sich zu seinen Gästen in den Regen zu legen, sich abzukühlen, er verließ den Garten und dachte nach, was er sah war Zerstörung, seine Lichtgestalt würde fortgehen, das wusste er, doch war ihm nicht klar wann und warum, er ging alles durch und kam zu keinem Schluss

Die Zeit verging.
Eine Stunde
Zwei Stunden
Es regnete immer noch, es kühlte immer noch alles ab, der Boden wurde Kalt, die Luft wurde Kalt, der Spaß war erfroren.

Der Dämon fror und zitterte, die Lichtgestalt flehte ihn an sich zu erheben, sich zu wärmen, zu Leben, doch nichts geschah.
Die beiden waren zwei Seiten einer Münze und wussten beide was geschehen war, was geschehen wird, und doch konnte keiner der beiden denken, konnte nicht handeln.
Der Einsiedler kam wieder, Tränen in den Augen er wusste es auch, was geschehen war, was geschehen wird und dennoch konnte er nicht denken, konnte nicht handeln.
Alles war unrecht nichts sollte so sein wie es ist, sein wird und doch kam es so.
Der Dämon zeigte sein wahres Gesicht und zerstörte des Einsiedlers Leben, entriss ihm seine Lichtgestalt und doch wusste keiner was passierte.


Der Abschied

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Der Einsiedler verabschiedete sich von dem Dämon, wohl wissend, dass er die Lichtgestalt befleckt hatte, er verabschiedete sich von dem Dämon den er nicht erkannte, der sich verabschiedete, als wäre nichts, sich verabschiedete von dem Einsiedler, sich verabschiedete von der Lichtgestalt und der sich verabschiedete von seinem Leben.

Er fuhr zu seinem Leben und sagte seiner Lichtgestalt, dass was sie beide bereits wussten, das das Leben, so wie es war hier endete, er hatte Kontakt zu seinen verschollenen Freunden und behielt diesen bei, das Leben von der sich verabschiedete war kein Leben, das was er wirklich tat war kein Abschied, es war der Beginn eines Lebens das er sich immer eingeredet hatte, welches er immer vorgab zu haben, aber nie hatte. Er redete mit seiner Familie, er redete mit seinen Freunden.

Der Einsiedler verabschiedete sich von seiner Lichtgestalt, wohl wissend das sie befleckt wurde von einem Dämon den er nicht erkannte, einem Dämon den er sich ins Haus geholt hatte, einem Dämon der sein Leben zerstörte, unwissend wie glücklich seine Lichtgestalt nun war, auch wenn sie sich selber Vorwürfe machte, da sie dem Einsiedler den Sinn zum Leben nahm.

Alle Drei gingen nun ihre eigenen Wege weiter, trafen sich weiter im Teamspeak verknüpften weiter ihre Leben miteinander, der eine mehr der andere weniger.


Das Fazit

Ein junger Mann, 24 Jahre alt, dessen Leben aus einem Raum besteht, vier Wände voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Ein Mann, der mit seiner Familie redet, der ab und an mit Freunden redet und doch nichts sagt, der alleine ist.
Der Einsiedler machte den Dämon dafür verantwortlich das nichts so ist wie es war, das seine Lichtgestalt, das einzige Hindernis zwischen ihm und den Bahnschienen, nun fort war, was hindert ihn nun daran dort hinzugehen wo er sonst nie hingegangen wäre, und dennoch lebt er weiter in seinem Raum, in seinen Wänden voller DvD’s, Comics und PC Spielen.
Er redet weiter mit seiner Familie, mit seinen Freunden, ohne wirklich was zu sagen, er lebt weiterhin alleine, doch der Tag wird kommen an dem auch der Einsiedler zum Dämon wird und sein Leben lebt wie es jeder tut, denn jeder braucht einen Dämon in sich.
Einen Dämon der sich vor Selbstsucht zerfrisst.
Einen Dämon der die Maske eines Lebens vertilgt.
Einen Dämon der befreit.
Einen Dämon der zerstört.

8.6.12 02:17

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen